Volle Erziehung
Beispiel* bei ProSoz…
(*Namen der Betroffenen geändert)
…Hannes, 17 Jahre, lebt seit sechs Monaten in
einer von ProSoz angemieteten Wohnung,
und wird dort von zwei
EinzelbetreuerInnen mit einem
monatlichen Betreuungskontingent von 70 Stunden betreut.
Bis zur Betreuungsübernahme
durch ProSoz wohnt er bei seinem Vater und dessen Lebensgefährtin,
zu seiner leiblichen Mutter hat er seit Jahren keinen Kontakt. Hannes hat keine abgeschlossene Schulbildung und ist arbeitslos. Seine Versuche, eine Lehrstelle zu bekommen, verlaufen ergebnislos. Die häufiger werdenden Konflikte mit seinem Vater und dessen Lebensgefährtin führen dazu, dass der Vater Hannes aus der gemeinsamen Wohnung weist. Die zuständige Sozialarbeiterin beauftragt daraufhin ProSoz mit einer sozialpädagogischen Einzelbetreuung im Rahmen der vollen Erziehung in einer Kleinwohnung. Diese Wohnung wird von ProSoz angemietet.
Als Betreuungsziele werden vereinbart…
…mit und für Hannes eine eigenständige Lebenssituation zu erarbeiten
…Unterstützung von Hannes bei der Jobsuche
…Selbständige Haushaltsführung
…Positive Beziehung zwischen Hannes und seinen Eltern aufbauen und festigen
Mit Unterstützung der ProSoz BetreuerInnen gelingt es Hannes
im letzten halben Jahr, eine Lehrstelle als Maler
anzutreten, für seinen
Lebensunterhalt selbst aufzukommen und seine Finanzen im
Griff zu haben.
Er hat sich einen kleinen Haushalt eingerichtet und möchte nach
Beendigung der Betreuung das Mietverhältnis für seine Wohnung übernehmen.
In seiner Freizeit unternehmen die BetreuerInnen mit
ihm verschiedenste Aktivitäten (z.B. Klettern) mit dem Ziel, sein Selbstwertgefühl zu steigern und ihm gleichzeitig Möglichkeiten zur aktiven
Freizeitgestaltung nahe zu bringen.
Sein Vater verweigert nach wie vor den Kontakt zu ihm, Hannes hat jedoch
zu seiner Mutter, die in einem anderen Bundesland eine neue Familie
gegründet hat, wieder häufiger Kontakt,
und sie mit seinen BetreuerInnen mehrmals besucht.
Betreuungsinhalte für die Zeit bis zu seiner Volljährigkeit
werden die Festigung der erreichten Betreuungsziele einerseits, sowie
die weitere Arbeit an einer positiven Beziehung zu seinem Vater andererseits
sein.
